LIFE+

DAS PROGRAMM LIFE+

Das Programm LIFE+ Das neue europäische Programm für die finanzielle Unterstützung von Produkten und Technologien für den Umweltschutz Life+ ist durch die Verordnung (EG) Nr. 614/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Mai 2007 eingerichtet worden und ersetzt das Vorläuferprogramm LIFE (Umwelt, Natur und Drittländer), das gemeinschaftliche Rahmenprogramm für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nachhaltigen Stadtentwicklung, das gemeinschaftliche Programm zur Förderung von Nichtregierungsorganisationen im Bereich des Umweltschutzes und das Programm Forest Focus. Zielstellung von LIFE+ ist es, einen Beitrag zur Entwicklung, Durchführung und Aktualisierung der Umweltpolitik und des Umweltrechts der Union zu leisten. LIFE+ bietet finanzielle Unterstützung für Projekte zugunsten der Umwelt in der Europäischen Union und bestimmten Drittländern. Die finanzierten Projekte können von öffentlichen und privaten Akteuren, Stellen und Einrichtungen initiiert werden. LIFE+ hat drei thematische Teilbereiche: Natur und biologische Vielfalt. Die Projekte Natur tragen zur Durchführung und Entwicklung der Richtlinien zur “Erhaltung der wild lebenden Vogelarten”, zur “Erhaltung der natürlichen Lebensräume” und des Natura-2000-Netzes bei. Die Projekte zu biologischen Vielfalt konzentrieren sich auf innovative Praktiken, die danach streben, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Umweltpolitik und Verwaltungspraxis. Unterstützt Projekte mit innovativem oder Demonstrativcharakter, die innovative Lösungen zu den Umweltzielen der Union aufweisen. Information und Kommunikation. Unterstützt Projekte mit dem Zweck der Verbreitung von Informationen und Sensibilisierungskampagnen für Umweltfragen, wie auch Sensibilisierungskampagnen und Schulungen für die Verhütung von Wandbränden.

BACKGROUND UND ZIELSTELLUNGEN

Die Phase der GLASIERUNG ist das Verfahren, das für die Auftragung einer flüssigen, GLASUR genannten Mischung auf die Oberfläche des Scherbens benutzt wird, um das ästhetische Resultat der fertigen Fliese festzulegen. Augenblicklich wird eine Glasur benutzt, die auf Blei als Basis Blei beruht, ein Element, das sehr schädlich für die Umwelt und die menschliche Gesundheit ist. Die augenblicklich am Markt verfügbaren bleifreien Glasuren werden nur in reduziertem Ausmaß verwendet, weil sie Probleme bei der Auftragung (höhere Temperaturen erforderlich, um die gleiche Viskosität zu erhalten) und der Ästhetik (weniger Glanz, Tendenz zum Grauwerden, Vorhandensein von restlicher Porosität) aufweisen. Zielstellung dieses Projekts ist daher, durch den Einsatz des Ersatzelements Bor bleifreie Fliesenglasuren anzufertigen, welche die gleichen Eigenschaften und Vorzüge der bleihaltigen Glasuren aufweisen und ein sehr hohes ästhetisches Profil der Fliese gestatten, und zwar durch die Realisierung einer Demonstrationspilotanlage zur Konsolidierung der Technik.

LIFE+

PROJEKT – LIFE10 ENV/IT/427

Die Gruppe Ascot, die seit jeher auf die Umwelt und die Gesundheit der eigenen Arbeitnehmer bedacht ist, hat beschlossen, eine weitere Herausforderung anzunehmen, um die Umweltauswirkungen der eigenen, mit der Fliesenherstellung verbundenen Tätigkeiten zu verringern. So wurde das Projekt “LEAD-COLOURED LEAD-FREE” konzipiert, das durch das Finanzierungsinstrument LIFE+ eine wichtige Anerkennung und eine finanzielle Unterstützung durch die Europäische Kommission erhalten hat. Das Projekt, das sich noch in der Anfangsphase befindet, soll beweisen, dass es in der Fliesenindustrie möglich ist, die bleihaltigen Glasuren durch bleifreie auf der Basis von Bor zu ersetzen und gleichzeitig eine Qualität und Eigenschaften beizubehalten, die den mit traditionellen Glasuren hergestellten Produkten gleichen, so dass alle aktuellen mit Auftragung und Ästhetik verbundenen Probleme beseitigt werden. Wegen der Flüchtigkeit des Elements Bor wird der neue Prozess in zwei Stufen ablaufen: die Realisierung eines neuen Frittentyps – Schmelzung einer trockenen Mischung von Rohstoffen, die grundlegend ist, um gut gesinterte Glasuren zu erhalten – ohne Bleiverbindungen, aber auf der Basis von Bor, der bei niedriger Temperatur im Mischung mit Kieselerde und Natriumoxid vorstabilisiert wird und erst anschließend im Drehofen mit den anderen Bestandteilen der Glasur vermischt wird.

DURCHFÜHRUNGSMAẞNAHMEN

Das Projekt wird durch verschiedene Tätigkeiten realisiert, welche die Verwaltung und das Monitoring, die technische Entwicklung und die Verbreitung der Resultate betreffen.

Durchführungsmaßnahmen

  1. Individuation der Mischungen für die Entwicklung neuer Fritten auf der Basis von Bor
  2. Untersuchung, Planung und Realisierung des Prototyps einer Mahlanlage mit hohem Zerkleinerungsvermögen.
  3. Untersuchung, Planung und Realisierung der Änderungen am Schmelzofen und des entsprechenden Verarbeitungsprozesses.
  4. Vorbereitung einer neuen Borfritte mit hoher Verarbeitbarkeit und Vorbereitung von Farbglasuren, die auf der neuen Fritte basieren.
  5. Zusammenbau der Pilotanlage und Probeläufe.

Verwaltungs- und Monitoringmaßnahmen

  1. Umfassende Verwaltung des Projekts – technische und administrative Organisation des gesamten Projekts
  2. Monitoring – Kontrolle der Zielstellungen und der erreichten Resultate
  3. Audit – Prüfung der Beachtung der Steuerbestimmungen und der gemeinschaftlichen LIFE Vorschriften

Verbreitungsmaßnahmen

  1. Networking – Anlegen eines Netzwerks, das in der Lage ist, eine Vielzahl von Interessengruppen zu erreichen und einzubeziehen
  2. Dissemination – Durchführung von Maßnahmen zur Verbreitung der Resultate, Sensibilisierung gegenüber den Umweltproblemen und Förderung des Finanzierungsinstruments LIFE+
  3. After LIFE Plan – Fortsetzung der Verbreitungstätigkeit hinsichtlich der erhaltenen Resultate und der künftigen Entwicklungen der Technologie

LIFE+

ERWATETE RESULTATE

– Vollständige Beseitigung des Elements Blei – Geringere Anlagen- und Betriebskosten – Längere Lagermöglichkeit der neuen Fritten – Erweiterung des Verarbeitungsintervalls der neuen Fritten – Höhere qualitative und ästhetische Standards

TECHNISHER FORTSCHRITT

Die Idee, eine borhaltige Testglasur zu erhalten, um das Blei ganz aus den Keramikfritten zu ersetzen, nimmt ihre endgültigen Umrisse an. Wir haben die Identifikation der Rohstoffe abgeschlossen, die zu diesem Zweck nützlich sind (Aktion 5), und zwar in synergetischer Zusammenarbeit unserer Techniker mit denen von Colorobbia S.p.A und mit der Universität von Modena. Wir haben außerdem die Eigenschaften gefunden, die hinsichtlich des Korngrößenausfalls der Pulver erforderlich sind, um ein perfektes Schmelzen der verschiedenen Bestandteile in einer einzigen homogenen Fritte zu erhalten, die in der Lage ist, das Bor zu stabilisieren, um es anstelle des Bleis verwenden zu können, ohne die Nachteile der Flüchtigkeit und folglich des Gewichtsverlustes zu haben, die typisch für dieses chemische Element sind. Daraus erklärt sich die Suche für das Herausfinden der besten Mischung der Mahlkörper und der Verarbeitungsparameter, die Gegenstand der Aktion 6 des Vorschlags sind, die ebenfalls Ende des letzten Jahres erfolgreich zum Abschluss gebracht worden ist. Die erste Trockenvermahlung gestattet es nämlich, Pulver mit dem gewünschten Korngrößenausfall mit minimalen Ausschussprozenten zu erhalten (größere Teilchen). Die zweite Feuchtvermahlung der Fritten gestattet es, den Rohstoff zu erhalten, der für die Herstellung der neuen bleifreien Glasuren geeignet ist. Die Tätigkeiten zur ersten Schmelzung der trocken vermahlenen Rohstoffe und zur zweiten Schmelzung der daraus erhaltenen Fritte (Aktion 7 des Vorschlags) sind ebenfalls abgeschlossen worden: In Zusammenarbeit mit der Firma Colorobbia S.p.A. ausgeführt, haben sie zum Erhalten der Ausgangsbasis für den Beginn der Erprobung der neuen Glasuren geführt, die am 1. Januar dieses Jahres aufgenommen wurden (Aktion 8 des Projekts). Innerhalb dieses Sommers werden wir die Tätigkeiten zur Vorbereitung der neuen Testglasuren für die Dekoration von Einbrandware, Zweibandware, Drittbrandware und Feinsteinzeug mit der kritischen Beurteilung der Resultate zum Abschluss bringen. Ab dem 1. Januar sind auch die Tätigkeiten zur Realisierung einer Pilotanlage aufgenommen worden, die für die Erprobung dieser neuen Glasuren bestimmt ist.

LIFE+

EREIGNISSE

Am 6. Juni letzten Jahres hat Ceramiche Ascot an einem Ereignis teilgenommen, das in Zusammenarbeit mit der Universität Siena organisiert wurde und bei dem es möglich war, das Projekt “LEAD-COLOURED LEAD-FREE” vorzustellen und das 20. Jubiläum des Programms LIFE zu feiern. Außerdem haben wir an der italienischen Fachmesse Cersaie 2012 und an der amerikanischen Fachmesse Coverings 2012 teilgenommen und Nachrichten zum Stand des Projektes und der bisher ausgeführten Arbeit geliefert, wobei wir das Interesse von vielen Fachleuten registrieren konnten.

INFO

Project Manager Del Sante Filippo info@ascot.it